Der frühe Rock
Wie eingangs schon erwähnt, entstand die moderne Rockmusik aus dem Rock’n'Roll, der sich ab 1950 in den USA entwickelte. Der Rock’n'Roll war nicht nur eine Musikrichtung, sondern stand auch für ein besonderes Lebensgefühl und den Protest sowie die Auflehnung der Jugend. Die Künstler dieses Musikstiles sprachen in besonderem Maße die jungen Menschen der damaligen Zeit an, die mit der etablierten Musik der Eltern nicht viel anfangen konnten und nach neuen Arten von Musik suchten. Die Musiker des Rock’n'Roll stellten keine genormten Gesellschaftsmitglieder dar, sondern strebten nach Individualität und brachen die starren Regeln und Normen des damaligen Lebens, beispielsweise durch extraordinäre Kleidung oder mit langen Haaren. Mitte der 50er Jahre hatte der Rock’n'Roll eine anfängliche Hochphase, in denen Künstler wie Chuck Berry oder der junge Elvis Presley immer größere Bekanntheit erlangten und viele junge Menschen mit ihrer Musik begeisterten. Der Rock war rebellisch und präsentierte diese Haltung auch nach außen, oft durch vergleichsweise aggressive Musik und wilde Bühnenshows mit manchmal damals als obszön geltenden Auftritten. Durch diese Rebellion war der Rock bei der konservativen, christlichen Bevölkerung der USA stark in Verruf geraten, und es wurde eine negative Beeinflussung der Jugend befürchtet. Aus diesem Grund wurde der Rock’n'Roll zensiert und zeitweise nicht mehr im Radio gespielt. Die gesellschaftliche und mediale Ächtung und Verdammung des Rock führte schließlich gegen 1960 zum Ende des kommerziellen Erfolges. Nichtsdestotrotz legte der Rock’n'Roll den Grundstein für die heute bekannte Rockmusik und konnte den Geist der Rebellion auf andere Musikrichtungen übertragen.